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Die Bibel in den Augen einer Frau
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Evita Gründler verfasste 1996 folgenden Text an die
Betrachter ihrer Bibelbilder: „Die einheitliche Textfassung von 1979 will dazu beitragen, daß sich wichtige Aussagen der Bibel den Gläubigen dauerhaft einprägen. Durch meine Farben und Formen möchte ich diese Worte verstärken. Bei dem Auftrag, die Bibel zu gestalten, habe ich mich intensiv mit der heiligen Schrift auseinandergesetzt und die für mich wesentlichen Stellen aus dem Alten und Neuen Testament in über 100 Bildern umgesetzt – von denen 84 in der Bibel zu sehen sind. Von Anfang an habe ich versucht, die in Bilder gefaßten Bibelstellen gleichmäßig über den gesamten Text zu verteilen. Ich habe die mir besonders am Herzen liegenden Themen gemalt, aber auch die mir theologisch wichtig erscheinenden Aussagen. Für mich hat der in Bilder umgesetzte Text den gleichen Stellenwert wie die Bilder. Deshalb kam mir schon sehr bald die Idee, alle Bilder im quadratischen Format 80 x 80 cm zu malen. Nur so konnte der Platz geschaffen werden, um unter jedem Bild den zugehörigen Bibeltext zu drucken. Damit war für mich erreicht: Bilder und Text bilden eine Einheit. Es gibt viele Wege, sich der Bibel und ihrer Botschaft zu nähern. Die Betrachter meiner Bibel möchte ich anregen, die von mir ausgesuchten Stellen nachzulesen. Die Bibel birgt sicher nicht nur für mich fast unerschöpfliche Schätze an Weisheiten. Ganz besonders gefällt mir das Buch Jesus Sirach. Er wendet sich bereits 180 v.Chr. unter anderem an die Jugend und gibt ihr Lebens- und Verhaltensregeln, von denen viele heute noch genauso zeitgemäß wie damals sind. Eine für mich wichtige Stelle in Sir 4,8 heißt „Neige dem Armen dein Ohr zu“. Beim Gedanken an den Tod entstand ein Bild zu Hebr 13,14 „Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt ...“. Zu diesem Thema gehört auch das Bild 1 Tim 6 „Denn wir haben nichts in die Welt mitgebracht, und wir können auch nichts aus ihr mitnehmen. Wenn wir Nahrung und Kleidung haben, soll uns das genügen“.Mein Wunsch wäre es, daß meine Bibelbilder sich bildhaft in den Sinn einprägen – als ein Schlüssel, der das ins Wort gefaßte Geheimnis zwischen Gott und der Seele im Herzen aufzuschließen vermag. Ich bin dafür dankbar, daß ich meine Gedanken in Bilder umzusetzen vermag, die auch für andere erkennbar sind. Vieles, was ich während des Malens erlebte, bringt mich ganz fest zu der Annahme, daß Gott meine Hand lenkte. Oft war ich erschöpft, aber gerade in solchen Momenten kamen mir die besten Ideen. Gottes Hilfe war ich mir sicher. Es steht dazu unter Sir 2,6 „Vertrau auf Gott, er wird dir helfen, hoffe auf ihn, er wird dir deine Wege ebnen.“ (Evita Gründler im September 1996) |
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