Pressespiegel

 

Ein Schilfrohr als Symbol
Dietfried Laszka stellt Grafik und Zeichnungen aus.





Starnberger Merkur 13.01.00

Große Lust am Experiment
Dietfried Laszka stellt Werke aus

Weilheim
Wer nach dem Arbeitsleben Gelegenheit hat, seine Neigungen und Begabungen auszuleben, die er in Zeiten beruflicher Anspannung nur kannte, aber nicht nutzte, der kommt oft zu künstlerischem Tun. Dietfried Laszka ist solch ein Mensch: Seit fünf Jahren lebt er in der Nähe von Weilheim, hat inzwischen mehrere Ausstellungen bestückt und zeigt bis zum 2. August einige seiner Arbeiten erstmals im Stadtmuseum Weilheim.

Laszka studierte in Budapest und Salzburg, ließ sich in Rötel- und Ikonenmalerei ausbilden. Auf Gomera und Sylt, in Gera, Ulm und an vielen anderen Orten hat er sich an Symposien beteiligt. Er zeigt „experimentelle Grafik", Radierungen und Tuschezeichnungen. Die einen stammen aus den Jahren 1994 bis 1997, die anderen neue Versuche, entstanden in Zusammenarbeit mit dem japanischen Kunstprofessor Kunito Nagaoka in Kyoto. Da gelingen Laszka Drucke (jeden gibt es nur einmal), die als Farb-und Formenspiele subtiles Arbeiten verraten.

Der Künstler kalkuliert die Wirkung genau, setzt collagierend Ausschnitte aus Zeitschriften und Bildern hinzu, nutzt die Form des aufgefalteten Schilfrohres als Symbol. Es durchzieht mit seinen breit ausgefransten Enden alle Bilder, wird gedreht, verschoben, wird überlagert und überlagert selbst andere Schichten.
Alles wirkt ursprünglich, kristallin, wie ein Blick ins Mikroskop auf die Oberfläche eines Steines: Laszkas Bilder sind Details, in denen die Ordnung des großen Ganzen im Kleinen sichtbar wird. Die Ausstellung ist täglich von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet.


Thomas M. Wellens

Herrsching
Im Dachgeschoss des Herrschinger Kuparkschlösschens zeigt Dietfried Laszka seit Montag seine Arbeiten. Der Besucher wird beim Treppenaufgang von zwei Großformaten in expressiver Manier empfangen. Hier zeigt sich bereits die Freude des Malers am Experiment: Gegenständliches wird bis zur völligen Auflösung abstrahiert. Überhaupt ist die Auflösung der Form für Laszka ein Hauptanliegen. Aber immer versucht er im kompositionellen Gleichgewicht und in der Farbharmonie zu bleiben.

Eine völlig andere Richtung geht der Maler in seinen Aktdarstellungen. Hier, sowohl bei den Acrylbildern als auch bei den Aquarellen, kommt die Farbe nur minimal zum Einsatz. Die Beschäftigung mit Egon Schieies Zeichnungen sind unverkennbar, was Laszka auch freimütig einräumt. Der im Grundweiß schwebende Frauenkörper zeigt die Fähigkeit zur Ausgewogenheit in der Komposition. Die persönlichen Favoriten Dietfried Laszkas, der seit 5 Jahren in der Nähe von Weilheim lebt und seit 1993 künstlerisch tätig ist, sind die Farbholzschnitte. Hier kann er seihe Lust an Experimentieren ausleben.

Es ist keine einfache Technik, ebenso wie die Radierung, die ihn zum Ungegenständlichen geführt hat. Einer der Farbholz schnitte ist eine „Hommage an "Picasso"  ein gelungener Dreifarbenholzschnitt, der wie ein Triptychon erscheint, in dessen Mittelteil die verherrlichte (Picasso-Frauen- Darstellung) thront. Eine Form der anerkannten Zitatkunst. Auf die Frage, wie er denn zur Kunst gekommen sei, antwortet Laszka, dass er schon als Schüler sehr gut zeichnen konnte. Nach dem vorzeitigen Austritt aus dem Berufsleben machte er dann ein Malereistudium in Budapest und Salzburg und nahm an verschiedenen Graphik- und Bildhauersymposien teil. Man könnte den nach allen Richtungen offenen und kommunikationsfreudigen Ostpreußen, der über viele Stationen hierher kam, auch als polyglotten Reisenden zwischen den Weltkulturen bezeichnen. Russischer Konstruktivismus, deutscher , Expressionismus, japanische Tuschtechnik wird studiert, erarbeitet, analysiert, probiert und ausgeführt. Die Ausstellung ist bis zum 23. Januar (täglich 12 bis 17 Uhr, am Wochenende von 11 bis 18 Uhr) geöffnet.

Karin Höh-Knüppel  

   

 

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