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60. Ausstellung bildender Kunst in der Katholischen Akademie Trier zum 60. Geburtstag des Malers 9. — 21. März 1984 |
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Die alte Domstadt an der Mosel hat auch Werner Persy geprägt. 1924 wurde er hier geboren und hier machte er 1942 sein Abitur. Dann war auch für ihn Krieg. Von 1946-50 studierte er an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Schmurr und Pankok waren seine Lehrer - man wird das immer sehen, doch das ist gut so, denn es ist beste Schule. Weitere Studien betrieb Persy in Italien, Frankreich, Spanien, Jugoslawien, in der Wüste Israels und auf vielen griechischen Inseln. Seit 1951 lebt Persy freischaffend in Trier, wo er sich in einem stillen Waldtal eine Werkstatt baute. Dort kann er in aller Ruhe arbeiten, sofern er die Ruhe aushält. Denn die stets nervige Suche nach schöpferischer Anregung, die für ihn in der Betrachtung von Menschen und Landschaft besteht, führt ihn Jahr um Jahr für Wochen, wenn nicht Monate an die Küsten des Mittelmeers und in der Provence.
Bei der Grafik mißt er dem Schwarz größte Bedeutung zu, "da diese Farbe die aussagekräftigste, am meisten graphische ist, die immer die eigentliche Linienführung, die 'Zeichnung' übernimmt." Selten werden da mehr als zwei, drei andere Farben unterlegt. Will er weichere Mitteilung, will er gar Lyrisches zu Papier bringen, so wendet er sich seit einigen Jahren der Serigraphie zu. Er zeichnet selbst in das Sieb, wobei sich jede Einzelfarbe kreativ aus der vorherigen entwickelt - ähnlich seinem Holzschnitt. Den Linolschnitt meidet Persy, denn dieses Material ist ihm "zu gefügig" und, "weil man alles damit machen kann." Persy versteht und verhält sich streng als Purist. |
Zur
Kunst am Bau rechnet Persy Wandmalerei, farbige Fenster und Mosaiken.
Die Aufgabe ist jeweils von Anderen vorgegeben, auch wenn er sie
eigenwillig durchsetzt. Als Beispiel hierfür sieht man seine
Wandmalerei in der Eingangshalle des Trierer Krankenhauses der
Barmherzigen Brüder, seiner treuesten Mäzene. Ebenso die Ausgestaltung
eines sechseckigen Sakralrundbaus in Ottobrunn bei München, den er vom
Boden an bis teilweise zu sechs Meter Höhe in Fresko ausgemalt hat, zur
Meditation. Es ist hier nicht Raum, um seine großen Arbeiten seit 1974
in Fülle aufzuzählen, nur die Arbeitsorte seien genannt: Mertesdorf
bei Trier, Trier, Boppard, Berlin-Wedding, Saarbrücken,
Neuerburg/Eifel, nochmals Ottobrunn, München-Taufkirchen, München-Germering,
Dinslaken, Dudweiler. Nicht zu vergessen seine textilen Wandbehänge, die in Zusammenarbeit mit dem Atelier
Stadelmaier in Nijmegen (Niederlande) entstehen. Sie gibt es außer für Kirchen auch für Hotels oder Banken seit 1964 in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz und den USA. Einen bedeutenden Platz im Schaffen
Persys nehmen große figürliche Fenstergestaltungen ein, die wesentliche Themen des Alten Testaments in unsere Zeit projizieren.
Größere Arbeiten von Werner Persy sind weiterhin zu sehen in verschiedenen Städten von Rheinland-Pfalz, im Saarland, in Kehl, Heidelberg, Mannheim, Hadamar, Bonn, Münster, Berlin, Rom, Venedig-Mestre, Abtwil/St. Gallen, Baisthal, München, in Belgien und wieder in den USA. Einzelausstellungen hatte er, außer in Trier, an 40 oder 50 namhaften Stätten, nicht zuletzt im Artist's House of Jerusalem. Gastgeber sind, mehr als die städtischen und privaten Galerien zusammen, kirchliche Bildungszentren. Persy wird dort am ehesten verstanden.
Sechzig Lebensjahre und davon vier Jahrzehnte schonungslosen Schaffens fordern ganze Hingabe. Dazu braucht er Luft, soll Atem holen, um einen neuen, weiteren Ansatz zu finden. Diesen wünsche auch ich dem Freunde. Auf viele gesunde, schaffensfrohe, gelassene Jahre. Gehe voran, aufwärts. Denn es gibt kein endgültiges Oben!
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