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Aus der MÜNCHENER KATHOLISCHE KIRCHEN-ZEITUNG FÜR DAS ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING B 4996 C Nr. 47/79 25. Nov. * 72.Jahrg. |
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| Der Erstgeborene und König | |
| Christkönigsdarstellungen gibt es viele, von alten Meistern und modernen Künstlern, mit dem Triumph über den Tod und der Hoheit des Leidens. Unser Bild des Malers und Graphikers Heinz Seeber stammt aus dem soeben im Auer-Verlag erschienenen Bildband „Gegenwart der Zukunft" (56 Seiten, 16 Abbildungen, 24,80 DM) in der Reihe „Künstler der Galerie Chlodwig Selmer". Der Augsburger Theologe Anton Ziegenaus bietet darin zu den Bildern der Johannes-Apokalypse von Heinz Seeber Meditationen und Gebete. Deutung, Interpretation und Entfaltung brauchen die kräftigen Bilder, unter denen diese Christkönigsdarstellung, die im Buch der Auferstehung zugeordnet ist, besonders auffällt. Hier wird die Auferstehungs- und Christkönigserfahrung des durchschnittlichen Christen ins Bild gehoben. Das Dunkel dominiert, in dem auch der Auferstehende selbst bleibt. Es ist, als würde dieses Dunkel (des Glaubens) noch einmal vermehrt durch Gestalt (und Geschick) des Auferstandenen selbst, der die Mauer zerbricht und den Spalt, durch den Licht in die Welt kommt, größer werden läßt. | Das
Licht zwischen den beiden Steinen wird größer. Bald sind sie nicht
mehr zu sehen, sondern nur noch er. Jetzt aber, in dieser Lebenszeit,
gibt es ihn, der gesiegt hat, und die Mauern, die durchbrochen, aber
noch nicht ganz gefallen sind. Der Mann unten im Sockel trägt stolz
sein Haupt. Die Lippen sind trotzig gepreßt. Obwohl sein Blick in die
Ferne gerichtet ist, wirkt er verschlossen. Er gehört, versteinert, zur
Mauer, wird von den Todesplatten erdrückt und von den Händen einer
unsichtbaren Macht gehindert, den Blick zu wenden und aufzuschauen. Es
ist der Totenkopf des. eigentlich Toten, des ungläubig Verschlossenen.
Will er in seinem Stolz Christus nicht sehen, auf ihn allein seine
Hoffnung setzen und daher lieber zum Tod gehören oder kann er ihn nicht
sehen, so daß ihm nur übrig bleibt, trotzig aufrecht der
Unabänderlichkeit des Todes in die Augen zu sehen und energisch
verbissen an einer besseren Erde zu arbeiten? „So spricht der Erste
und der Letzte, der tot war und lebendig wurde. Ich weiß um Deine
Bedrängnis ... Fürchte Dich nicht vor dem, was Du zu leiden haben
wirst... Ihr werdet eine Drangsal von zehn Tagen haben. Sei getreu bis
zum Tode, und ich werde Dir den Kranz des Lebens geben ... Der Sieger
wird vom zweiten Tod keinen Schaden erleiden" (Offb 2, 8
ff.).
Herr Jesus Christus, durchbrich die Mauern der Angst und noch mehr die des Stolzes und selbstgefälligen Unglaubens. Wende unseren Blick Dir zu. Du bist endgültig der Sieger. Du kannst die Mauern von Sünde und Tod wegräumen und unser Dunkel hell machen. So laß uns in der Bedrängnis Dir vertrauen.
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Anton Ziegenaus |
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Drei Kolosse fallen ins Auge. Doch sind es nicht erstarrte Versteinerungen oder feste Säulen, vielmehr -ist^alles in Bewegung: Die Gestalt in der Mitte dringt vor und die Quadern der Mauer stürzen. Vorher war nur Mauer. Sie bedeutet Tod und Grab, Verschlossenheit und Gefängnis, Sünde und Unglauben, Angst. Doch da kommt Christus. Aufrecht, mit der Siegeskrone auf dem Haupt erscheint er, nicht mehr in der gebückten Haltung des Kreuzträgers. Die Hände sind kräftig, doch die nach unten gehaltenen Daumen zeigen, mit welcher Leichtigkeit er die Mauer durchdringt, die Quadern auf die Seite schiebt und hinter sich wirft. |
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| Aus der MÜNCHENER KATHOLISCHE
KIRCHEN-ZEITUNG FÜR DAS ERZBISTUM MÜNCHEN UND FREISING B 4996 C Nr. 11/80 16. März. * 73.Jahrg. |
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Die fehlende Mitte" nennt Heinz Seeber seinen Linolschnitt, auf dem nur die beiden Schacher am Kreuz zu sehen sind. Er will damit sagen, daß Leben und Sterben ihren Sinn verlieren ohne das Kreuz Jesu. |
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