Kompetenz in Kunst und Kirche

Dietlinde Assmus

Ausgespanntsein zwischen Leben und Tod

In der Wahrnehmung der Breite heutiger künstlerischer Gestaltungen bewegt Dietlinde Assmus die Frage, wie sich heute Hoffnungszeichen in einer Gesellschaft, die Verlust von Orientierung und Sinn erfährt, im Erleben von existenziellen Grenzen als Ahnung, mitunter als verborgene Gewissheit trotz aller verstörenden Aspekte ins Bild bringen lassen. Ihre Bilder entstehen aus dem Bewusstsein, dass das, was wir als Spannung zwischen Gegensätzen empfinden, im Tiefsten zusammengehört. Ausgesetztsein und Geborgenheit, Leere und Fülle, in der Gemeinschaft die Einsamkeit, in der Fülle die Leere, in der Sicherheit die Bedrohung sind aus dieser Sicht keine Antinomien. Coincidentia oppositorum - Zusammenschau, Zusammengehörigkeit, Zusammenfallen der Gegensätze – war für den mittelalterlichen Theologen Nikolaus von Kues ein Begriff für Gott. Dieses Zusammenfallen der Gegensätze ist momenthaft schon jetzt möglich: in der Liebe, im Humor und in der Kunst.

Die Bibel, AT und NT sind für Dietlinde Assmus immer neue Inspirationsquellen.

Parabel - von oben kommend, in die Niederungen eintauchend, nach oben zurückkehrend - und Diagonale – Bewegung nach oben oder eher von oben nach unten? – sind formal wiederkehrende Elemente, in der Farbigkeit sind es mitunter Einbrüche des Lichts. Die Brüchigkeit der Existenz, die Begegnung mit dem Gekreuzigten im Alltag und die darin aufscheinende Osterahnung sind dabei wiederkehrende Themen. Blau ist die Farbe der Transzendenz, Gold oft Hinweis auf die Sphäre des Ewigen. Aber alles ist nie statisch. Auslöser zur Wiederaufnahme ihres künstlerischen Schaffens war 1998 der Schlaganfall ihrer 2006 verstorbenen Mutter. Seitdem ist ihr das Ausgespanntsein zwischen Leben und Tod sehr präsent.

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