Kompetenz in Kunst und Kirche

Karl Maldek

Wachrütteln

Im Auftrag der Erzdiözese München und Freising schuf der Maler Karl Maldek einen Kreuzweg in 14 Feder-/Pinselzeichnungen.1987 wurde dieser Kreuzweg in einer feierlichen Meditation durch den Hochwürdigsten Herr Abt Dr. Odilo Lechner OSB in der Benediktiner Abtei St. Bonifaz erstmals ausgestellt. Anläßlich dieser Vorstellung erschien eine bibliophile Mappe mit Reproduktionen aller 14 Stationen, gedruckt im Format 42 x 60 cm auf wertvollem Büttenpapier. Das einführende Vorwort verfasste Abt Dr. Odilo Lechner OSB. Die Auflage ist auf 300 Exemplare limitiert, jede Mappe ist numeriert und vom Künstler sowie vom Abt signiert. Verlegt wurde die Mappe durch die Galerie Chlodwig Selmer. Der Kreuzweg ist erhältlich als Mappe und die „12. Station“ als Poster:

Kurzbiographie

Karl Maldek (1924-2004) war Schüler von Professor Robert Keil/Wien, vorher absolvierte er ein technisches Studium und das Studium der darstellenden Kunst. Er lebte in Gauting bei München. Ausstellungen in Hochstadt, München, Würzburg, Wien, Gauting.

Stimmen zu Karl Maldeks Werk:

„Nichts von verklärter Überhöhung, nichts von weihevollem Schmerz, nichts von sanfter Schönheit des Leidens werden die Besucher vorfinden und damit auch nichts, dessen Vertrautheit sie mit Trost umfangen könnte. Konsequent mit schwarzer Tusche, niedergelegt mit Feder und Pinsel, wird ihnen die durch und durch geschundene, verstoßene, allein dem kollektiven Haß ausgelieferte Kreatur Jesus Christus vor Augen geführt. Der Menschensohn, die, die ihn niedermachen, und die, die ihm, ihrerseits ebenfalls hilflos, helfen wollen, sind für Karl Maldek Symbole für die Menschheit schlechthin. Seine Figuren, mit wenigen Strichen in ungeheurer Intensität, Rhythmik und plastischer Kraft auf das Blatt geworfen, richten sich nicht nach einem Modell. So folgt der Maler auf den Blättern seines Kreuzwegs Christus von der seelischen Qual der Bloßstellung und Beschämung bis hin in die physische Hölle des Zusammenbruchs unter der Last des Kreuzes, lässt den Soldaten sich wandeln vom hässlichen Archetypus der höhnenden, geifernden Larve zu einem Menschen, der, und sei es nur kurz, sinnend innehält, wenn die weinenden Frauen den Leichnam davonschleppen. Bei Karl Maldek hinein in tiefes Dunkel.“
Ingrid Zimmermann, Süddeutsche Zeitung

„Seine Federzeichnungen wollen abschrecken, warnen, mahnen, wollen die überlebensnotwendige Erkenntnis verbreiten helfen, dass das Heute eine schreckliche Tradition hat und dass diese Tradition nur unterbrochen werden kann, wenn man sieht, dass es bei der Kettenreaktion von Greuel und wieder Greuel kein Morgen geben wird.“
Dr. E.S. Bayer, Kunstkritiker, Würzburg